Prolltourist_innen ’09 – aktivste Ultragruppe beim RSL!

Prolls in Bremen

Wer hätte das gedacht. Nach allen Problemen, die wir hatten, die internen Auseinandersetzungen, die inhaltlichen Debatten: Unterstützen wir das Team abhängig vom Spielgeschehen, oder fahren wir an den See? Supporten wir durchgängig 9 Minuten, oder halten wir unseren Premiumplatz in der Bierschlange? Wexxeln wir die Tribüne, oder bleiben wir in der Bierschlange? Gehen wir in die Bierschlange, oder bleiben wir am Tresen? Und so weiter. Es war zeitweise hart, aber größtenteils fanden jene Debatten in genoss_innenschaftlicher Atmosphäre statt. Nur in meinem Kopf. Aber: es gibt uns noch, und wir sind immer noch die aktivsten Ultras beim RSL! Also, zumindest gibt es noch unsere Fahne, und bei der I. Herrenmannschaft gibts ja auch keine Ultras. Sonst.

Themenwechsel. Neben den harten Auseinandersetzungen gab es nämlich auch viele Misserfolge, hier gilt es, sich gegenseitig an der Nase zu putzen. Bestimmte Sachen fanden einfach nicht statt: M. vergaß, bei den Chemikern Pyro zu bestellen, weil ihm niemand gesagt hat, das wir welches benötigen könnten. Wozu auch? J. vergaß fast eine Halbserie lang, zu kommen, weil Stadtligafußball auch langweilig sein KANN. Ein ganz anderer J. wollte nicht mit zum Hallenturnier nach Bremen (nördlich von Wurzen) fahren, sodass ich also auch nicht mitfuhr. Und auch sonst niemand von der Stammbesatzung. Also von den Altgedienten. Also, von den verdienten Inner-Circle-Ultras. Deren Meinung Gewicht hat. Die gerne „von früher“ erzählen. Letztlich die, die dafür gesorgt haben, dass es die Fahne überhaupt gibt, die bis heute hängt! Und dass es Jugendliche gibt, die diese Fahne heute hochhalten! Warum auch immer! Denn sie sind unser Nachwuchs, ohne den keine Ultragruppe überleben kann. Auch wenn sie in diesem konkreten Fall noch nicht wissen, dass sie unser Nachwuchs sind. Wo war ich stehengeblieben? Achso: Nachwuchs! Ein Lobgesang! Denn wir werden weg sein, irgendwann: den Weg aller Ultras gehen, also ins Gefängnis. Oder den Weg vieler Ultras gehen. Nämlich nicht mehr ins Stadion, weil ich beim Pyroabfackeln drei Menschen und die Pferde nebenan von der Koppel mit abgefackelt habe. Und dann von der polizeiartig agierenden Vereinsführung Stadionverbot bekomme. Oder weil wir den Weg einiger Ultras gehen. Also die „Seite wechseln“ und feststellen, dass Fußball doch nicht einziger Lebensinhalt sein kann. Und ich dann Bienenzüchterin bleibe. Oder Kinderzüchter. Obwohl: Das ist Quatsch. Im Sinne von ausgeschlossen. Also nicht die Kinderzucht, sondern das mit der quantitativen Lebensinhaltseinbuße zuungunsten des Fußballs.

Jedenfalls: Dank dem Nachwuchs, der unseren Weg weitergeht, diesen vorantreibt, in den Wald hineintreibt, regelrecht. In den dunkeln Wald der ungewissen Zukunft, nämlich. Danke! Euch! Uns! Die Ihr Unsere Fahne hochhaltet! Wunderschön, in altem Glanz, gewaschen in Tradition, gebügelt mit alten Erfolgen, hing sie auf der guten roten Leine unseres (sehr guten!) Rufes, und erschien uns also wie unser eigener Geist in Bremen, zusammen mit den anderen Tourist_innen. Auf diesem perfekt choreograhpierten Bild mit den anderen guten Gruppen, die uns alle etwas verbindet:

Prolls in Bremen

Nämlich verbindet uns dieses Hallenturnier, das Hallenturnier der „Fußballfans gegen Homophobie“. Wobei, uns eigentlich nicht, weil wir ja garnicht da waren. Höchstens idell! Aber auf dem Gebiet mehr als fast vollzählig! Von der Sache her!

Dank an Euch alle, die ihr wirklich da wart. Wir haben gehört: es war großartig! Und dieses Bild ist es erst Recht, beziehungsweise gibt es dem ganzen Recht! Prost!


3 Antworten auf „Prolltourist_innen ’09 – aktivste Ultragruppe beim RSL!“


  1. 1 J. 22. Januar 2014 um 23:55 Uhr

    Das ist ja *rülps* kult. Nachwuchs. Ich glaub es schneit.

  2. 2 M. (vom Nachwuchs / Fahnendieb) 23. Januar 2014 um 7:52 Uhr

    Köstlich!

  3. 3 Administrator 23. Januar 2014 um 14:25 Uhr

    @J. Prost! Meine Guude, du hast keine hallus! Es schneit ausgerechnet dieser Tage wirklich!

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